weibliche Unfruchtbarkeit

Weibliche Unfruchtbarkeit: Ursachen, Diagnose und Behandlung

Ein unerfüllter Kinderwunsch kann viele Ursachen haben, besonders bei Frauen. Und für viele ist es eine große emotionale und körperliche Belastung, wenn eine Schwangerschaft ausbleibt. Doch es gibt Hoffnung! In diesem Beitrag schauen wir uns gemeinsam an, welche möglichen Gründe es gibt, welche Wege es gibt, den Traum vom eigenen Baby doch noch wahr werden zu lassen.

Was ist weibliche Unfruchtbarkeit?

Von weiblicher Unfruchtbarkeit spricht man, wenn sich trotz regelmäßigen, ungeschützten Geschlechtsverkehrs innerhalb eines Jahres keine Schwangerschaft einstellt. Bei Frauen über 35 Jahren wird dieser Zeitraum auf sechs Monate verkürzt, da die Fruchtbarkeit mit dem Alter langsam abnimmt.

Wie viele Frauen sind unfruchtbar?

Laut der WHO (Weltgesundheitsorganisation) erleben etwa 10–15 % der Paare weltweit Schwierigkeiten, auf natürlichem Weg ein Kind zu bekommen.

In rund einem Drittel der Fälle liegt die Ursache bei der Frau, doch oft betrifft das Problem beide Partner oder bleibt ungeklärt.

Ein unerfüllter Kinderwunsch kann viele Gründe haben – manchmal liegt er bei der Frau, manchmal beim Mann, und in manchen Fällen spielen mehrere Faktoren zusammen. Deshalb ist es wichtig, dass sich beide Partner ärztlich untersuchen lassen, um mögliche Ursachen zu erkennen und gemeinsam nach Lösungen zu suchen.

Mögliche Anzeichen

Viele Frauen mit einem unerfüllten Kinderwunsch fragen sich irgendwann: Bin ich unfruchtbar? Wenn es trotz regelmäßigen, ungeschützten Geschlechtsverkehrs nicht zu einer Schwangerschaft kommt, könnte eine Fruchtbarkeitsstörung vorliegen. Doch woran erkennt man das?

Oft gibt es kaum eindeutige Anzeichen, die direkt auf Unfruchtbarkeit hinweisen. Manche Symptome können jedoch darauf hindeuten, dass etwas nicht ganz im Gleichgewicht ist. Dazu gehören unter anderem:

  • Sehr starke oder schmerzhafte Regelblutungen
  • Unregelmäßige oder ungewöhnlich schwache Monatsblutungen
  • Zwischenblutungen oder Schmierblutungen vor der Menstruation
  • Schmerzen beim Geschlechtsverkehr
  • Chronische Schmerzen im Unterbauch
  • Fehlgeburten
  • Übermäßige Körperbehaarung (möglicher Hinweis auf einen Hormonungleichgewicht)
  • Flüssigkeitsabsonderungen aus der Brust ohne Schwangerschaft oder Stillzeit

Diese Anzeichen bedeuten nicht automatisch, dass eine Frau unfruchtbar ist – sie können jedoch ein Hinweis darauf sein, dass es sinnvoll wäre, mit einer Frauenärztin oder einem Frauenarzt darüber zu sprechen. Dort kann mit gezielten Untersuchungen herausgefunden werden, was hinter den Beschwerden steckt und welche Möglichkeiten es gibt, den Körper zu unterstützen.

Häufige Ursachen weiblicher Unfruchtbarkeit

Die Ursachen weiblicher Unfruchtbarkeit können vielfältig sein und betreffen oft die Funktion der Eierstöcke, der Eileiter oder der Gebärmutter. Hier sind die häufigsten Ursachen im Überblick:

Ovulationsstörungen:

  • Hormonelle Ungleichgewichte, wie das polyzystische Ovarialsyndrom (PCOS).
  • Vorzeitige Ovarialinsuffizienz (POI).
  • Stoffwechselerkrankungen, einschließlich Insulinresistenz, die den Hormonhaushalt beeinflussen können.

Eileiterblockaden:

  • Narbengewebe durch Endometriose oder frühere Infektionen (z. B. Chlamydien oder Gonorrhoe).
  • Folgen von Bauchoperationen oder einer Eileiterschwangerschaft.

Probleme mit der Gebärmutter:

Alter und Eizellqualität:

Mit zunehmendem Alter nimmt die Anzahl und Qualität der Eizellen ab, was die Chancen auf eine erfolgreiche Schwangerschaft reduziert.

Erkrankungen des Immunsystems:

  • Lupus erythematodes, eine Autoimmunerkrankung, die den Hormonhaushalt und die Gebärmutterschleimhaut beeinflussen kann.
  • Antiphospholipid-Syndrom (APS), das zu Komplikationen in der frühen Schwangerschaft führen kann.
  • Hashimoto-Thyreoiditis, eine chronische Entzündung der Schilddrüse, die den Zyklus stören kann.

Gerinnungsstörungen:

  • Thrombophilie, eine genetisch bedingte Neigung zu Blutgerinnseln, die Fehlgeburten verursachen kann.
  • Faktor-V-Leiden-Mutation, die das Risiko von Blutgerinnseln in der Plazenta erhöht.
  • Protein-C- oder Protein-S-Mangel, der die Durchblutung der Gebärmutter beeinträchtigen kann.

Stoffwechselerkrankungen:

  • Insulinresistenz, die häufig mit PCOS in Verbindung steht und den Hormonhaushalt beeinflusst.
  • Diabetes mellitus, der den Menstruationszyklus und die Eizellqualität negativ beeinflussen kann.
  • Schilddrüsenerkrankungen, die den Stoffwechsel und die Hormonproduktion regulieren (z. B. Hypothyreose oder Hyperthyreose)

Lebensstilfaktoren:

  • Rauchen, übermäßiger Alkoholkonsum oder Untergewicht/Übergewicht.
  • Chronischer Stress oder exzessives Training.

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Diagnosemethoden

Die Diagnosestellung beginnt meist mit einer Anamnese und einer körperlichen Untersuchung bei Deinem Frauenarzt bzw. Frauenärztin. Hier sind die gängigsten Verfahren zur Diagnose weiblicher Unfruchtbarkeit:

Hormonstatus (Blutuntersuchung)

Mithilfe einer Blutprobe werden verschiedene Hormone überprüft, die für den Eisprung und die Fruchtbarkeit wichtig sind. Dazu gehören unter anderem:

  • FSH (Follikelstimulierendes Hormon): Regt das Eizellwachstum an.
  • LH (Luteinisierendes Hormon): Steuert den Eisprung.
  • Östrogen & Progesteron: Wichtig für den Menstruationszyklus und die Gebärmutterschleimhaut.
  • Testosteron: Ein erhöhter Wert kann auf PCOS hindeuten.
  • Prolaktin: Ein zu hoher Spiegel kann den Eisprung verhindern.
  • Schilddrüsenhormone (TSH, fT3, fT4): Störungen können den Zyklus beeinflussen.
  • Bestimmung der Anti-Müller-Hormon (AMH)-Konzentration, um die ovarielle Reserve zu bewerten.

Ultraschalluntersuchung (Sonografie)

  • Ein vaginaler Ultraschall gibt Aufschluss über:
  • Die Größe und Beschaffenheit der Eierstöcke (z. B. Zysten bei PCOS).
  • Die Gebärmutter (z. B. Myome oder Polypen).
  • Den Zustand der Gebärmutterschleimhaut (wichtig für die Einnistung einer Eizelle).
  • Die Follikelreifung (zeigt, ob ein Eisprung bevorsteht).

Zyklusmonitoring

Über mehrere Zyklen hinweg werden mithilfe von Ultraschall und Bluttests die Eireifung und der Eisprung überwacht. Das hilft, Ovulationsstörungen zu erkennen oder zu bestätigen.

Hysterosalpingographie (Eileiterdurchgängigkeitsprüfung)

Bei Verdacht auf Eileiterblockaden wird ein Kontrastmittel in die Gebärmutter gespritzt und mit Röntgen kontrolliert, ob die Eileiter offen sind. Alternativ gibt es die Hysterosonografie, bei der anstelle von Röntgen eine Ultraschalluntersuchung mit Kochsalzlösung durchgeführt wird.

Gebärmutterspiegelung (Hysteroskopie)

Diese Methode wird eingesetzt, um direkt in die Gebärmutter zu schauen. Dabei kann der Arzt Polypen, Myome oder Verwachsungen (z. B. durch das Asherman-Syndrom) erkennen und in manchen Fällen direkt behandeln.

Bauchspiegelung (Laparoskopie)

Bei Verdacht auf Endometriose oder Eileiterblockaden kann eine Bauchspiegelung notwendig sein. Dabei werden kleine Schnitte in den Bauch gemacht, um mithilfe einer Kamera die Eierstöcke, Eileiter und die Gebärmutter genau zu untersuchen. Falls nötig, können Verwachsungen oder Endometriose-Herde direkt entfernt werden.

Gerinnungs- und Immunologische Tests

Wenn es wiederholt zu Fehlgeburten kommt oder eine Schwangerschaft gar nicht erst eintritt, können spezielle Bluttests Hinweise auf folgende Ursachen geben:

  • Gerinnungsstörungen (z. B. Thrombophilie, Faktor-V-Leiden-Mutation).
  • Autoimmunerkrankungen (z. B. Antiphospholipid-Syndrom, Hashimoto-Thyreoiditis).
  • Entzündliche Prozesse, die eine Einnistung erschweren.

Endometriumbiopsie

Bei dieser Untersuchung wird eine kleine Gewebeprobe der Gebärmutterschleimhaut entnommen. Sie kann Hinweise auf:

  • Chronische Entzündungen der Gebärmutterschleimhaut (Endometritis) geben.
  • Hormonelle Fehlfunktionen der Gebärmutterschleimhaut aufzeigen, die eine Einnistung erschweren.
  • Immunsystemreaktionen in der Schleimhaut erkennen, die eine Schwangerschaft beeinflussen könnten.

Diese Untersuchungsmethoden helfen dabei, die Ursache für eine mögliche Unfruchtbarkeit zu finden und gezielt zu behandeln.

Behandlungsmethoden bei weiblicher Unfruchtbarkeit

Die Wahl der Behandlung hängt von der Ursache der Unfruchtbarkeit ab. Moderne Medizin und Technologien bieten vielfältige Optionen:

Hormonelle Therapie

  • Bei Ovulationsstörungen wie PCOS oder Eizellreifestörungen können Medikamente wie Clomifen oder Letrozol den Eisprung anregen.
  • Schilddrüsenhormone oder Insulin-senkende Medikamente (z. B. Metformin) helfen bei hormonellen Ungleichgewichten.

Chirurgische Eingriffe

  • Entfernung von Myomen, Polypen oder Verwachsungen in der Gebärmutter per minimalinvasiver Operation (z. B. Hysteroskopie oder Laparoskopie).
  • Wiederherstellung der Eileiterdurchgängigkeit bei Blockaden oder Narbengewebe durch eine mikrochirurgische Rekonstruktion.

Assistierte Reproduktionsmedizin (ART)

  • In-vitro-Fertilisation (IVF): Die Befruchtung der Eizelle erfolgt außerhalb des Körpers, bevor der Embryo in die Gebärmutter eingesetzt wird.
  • Intrauterine Insemination (IUI): Spermien werden direkt in die Gebärmutter eingebracht, um die Chancen auf eine Befruchtung zu erhöhen.

Immunologische Behandlungen

  • Beim Antiphospholipid-Syndrom (APS) oder anderen Autoimmunerkrankungen können Medikamente wie Heparin, Aspirin oder Kortison helfen, Fehlgeburten zu verhindern.
  • Immunglobulin-Therapie kann in bestimmten Fällen helfen, eine Schwangerschaft zu erhalten.

Gerinnungshemmende Therapie

Frauen mit Gerinnungsstörungen wie Thrombophilie oder Faktor-V-Leiden-Mutation können blutverdünnende Medikamente (z. B. Heparin oder Aspirin) erhalten, um die Durchblutung der Gebärmutter zu verbessern.

Behandlung von Stoffwechselerkrankungen

  • Insulinresistenz kann durch Metformin oder eine Ernährungsumstellung verbessert werden, um die hormonelle Balance wiederherzustellen.
  • Diabetes-Management durch angepasste Insulintherapie oder eine spezielle Ernährung kann den Zyklus stabilisieren und die Eizellqualität verbessern.

Anpassung des Lebensstils

  • Gesunde Ernährung, moderater Sport und Stressbewältigung (z. B. Yoga, Meditation) können den Zyklus positiv beeinflussen.
  • Verzicht auf Rauchen und Alkohol sowie eine Normalisierung des Körpergewichts steigern die Fruchtbarkeit und die Chancen auf eine erfolgreiche Schwangerschaft.

Diese Behandlungsmethoden können je nach individueller Ursache kombiniert werden, um die bestmögliche Unterstützung für eine Schwangerschaft zu bieten.

Emotionale Unterstützung und Selbstfürsorge

Unfruchtbarkeit ist nicht nur eine medizinische Herausforderung, sondern oft auch eine emotionale. Der Umgang mit Enttäuschung, Stress und gesellschaftlichem Druck kann belastend sein. Daher ist es wichtig, sich Unterstützung zu suchen:

  • Gesprächsgruppen oder Therapie können helfen, Emotionen zu verarbeiten.
  • Partner und Freunde in den Prozess einzubeziehen, um ein stärkendes Umfeld zu schaffen.
  • Sich selbst Zeit zu geben und auch Erholungsphasen einzuplanen.

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FAQ

Ist Unfruchtbarkeit immer dauerhaft?

Nein, Unfruchtbarkeit ist nicht immer dauerhaft! Viele Ursachen, wie hormonelle Ungleichgewichte, Eileiterprobleme oder bestimmte Erkrankungen, können sehr gut behandelt werden. Es ist daher wichtig, frühzeitig eine ärztliche Abklärung vornehmen zu lassen.

Wann sollte man einen Frauenarzt aufsuchen?

Es ist ratsam, einen Spezialisten aufzusuchen, wenn nach einem Jahr ungeschütztem Geschlechtsverkehr keine Schwangerschaft eintritt (oder nach sechs Monaten, wenn du über 35 Jahre alt bist). Auch wenn Du regelmäßig Menstruationsprobleme hast, starke Schmerzen oder wiederholt Fehlgeburten, ist es sinnvoll, frühzeitig professionelle Hilfe zu suchen. Ein Arzt kann Dir gezielt weiterhelfen und die Ursachen untersuchen. Je früher man handelt, desto besser!

Zahlt meine Krankenkasse die Untersuchungen wenn ein unerfüllter Kinderwunsch besteht?

Die Krankenkasse übernimmt in der Regel die Kosten für grundlegende Untersuchungen wie Hormonuntersuchungen und Ultraschall, wenn eine medizinische Notwendigkeit besteht. Es ist jedoch ratsam, sich direkt bei der Krankenkasse zu informieren, da die genauen Leistungen je nach Versicherung variieren können.

Zahlt meine Krankenkasse die Behandlung einer Unfruchtbarkeit?

Die Krankenkasse übernimmt teilweise die Kosten für die Behandlung von Unfruchtbarkeit, z. B. eine Hormon Behandlung, eine Insemination oder auch für In-vitro-Fertilisation (IVF), wenn bestimmte Voraussetzungen und Diagnosen erfüllt sind, wie das Alter der Frau (meist bis 40 Jahre) und eine längere Kinderwunschdauer. Es lohnt sich, bei der Krankenkasse nach den genauen Bedingungen zu fragen.

Kann eine Frau trotz Unfruchtbarkeit schwanger werden?

JA, auch bei Unfruchtbarkeit besteht in die Möglichkeit, schwanger zu werden. Je nach Ursache der Unfruchtbarkeit gibt es Behandlungen oder Unterstützungsmöglichkeiten, die die Chancen auf eine Schwangerschaft deutlich erhöhen können.

Fazit

Egal, wie herausfordernd die Situation gerade erscheint – es gibt Wege und Lösungen. Sprich mit Deinem Arzt oder Deiner Ärztin über Deine Sorgen, denn Du bist mit diesem Thema nicht allein und jede Reise beginnt mit einem ersten Schritt.

Wenn euch dieses Thema interessiert oder ihr weitere Fragen habt, lasst es mich in den Kommentaren wissen.
Alles Liebe
Eure Heilpraktikerin Karin Heidmann

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Quelle:

Netdoktor – weibliche Unfruchtbarkeit

Frauenärzte im Netz – Unfruchtbarkeit: Ursachen

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Über Karin Heidmann

Karin Heidmann machte bis 2001 in Hamburg ihre Ausbildung zur examinierten Krankenschwester und schloss 2009 ihr Studium zur Heilpraktikerin ab. Darüber hinaus belegte sie nach ihrem Examen 2009 in den folgenden Jahren Fachfortbildungen zum Thema, Mykotherapie, Phytotherapie, Homöopathie, Schüssler Salze, Ernährungs- und Vitalstoffberatung. Bis zu der Geburt ihrer Kinder arbeitete sie überdies viele Jahre in der Gynäkologie und später in der Intensivmedizin.

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